Brieftaube der Poesieboten
Poesie, Lyrik, Poesiebriefkasten
Poesie-Briefkasten
Wirtstraße 17
81539 München

Aktuell


Einsendeschluss ist immer der 25. des Vormonats »mitmachen

Ehrenplatz in der Bibliothek

Gedichte:


Gedichte aus dem Poesiebriefkasten von 111 PoetInnen; Euro 14,90; Taschenbuch; Erhältlich bei amazon, Smart+Nett oder Ihrem Buchhändler; Infos

München schillert - Gedichte aus dem Poesiebriefkasten


Poesie-Briefkasten, Wirtstr. 17, 81539 München
Briefkasten der Poesie in Giesing

Suchen & Finden  
erweiterte Suche  

„Da Baam is hi.“ Aber Maria Sperber hat schon eine Idee. (Foto: Egbert Kraus)

Ein skuril-frömmelndes Vermächtnis beschäftigt die Nachfahren: Hintersinnniges von Hans Senninger (Foto: Egbert Kraus)

Erst Gedichte, dann Gespräche (Foto: Egbert Kraus)

Nach ihrem feinnervigen Frühlingsgedicht widmet sich Elfi Hafner-Kroseberg dem Lauschen (Foto: Egbert Kraus)

Christine Gasteiger und Katharina Schweissguth amüsieren sich prächtig. (Foto: Egbert Kraus)

Gastgeberin Jasmin Koch erfreut sich an der lebendigen Poesie. (Foto: Egbert Kraus)

Frau Neusser hat ein Gedicht zur Herzlichkeit im ASZ vorgetragen. (Foto: Egbert Kraus)

Adlerauge Jürgen Schäfermeyer... (Foto: Egbert Kraus)

...hält die Poeten mit dem Kugelschreiber fest

Der Kasten mit den weiß beschwingten Lettern hat einen prominenten Platz im Foyer des ASZ gefunden.

Freude am Ehrenamt (Foto: Egbert Kraus)

Das erste Mal beim Poetentreffen ist Gitta Niederleiter. (Foto: Egbert Kraus)

Michaela Hug-Szajer vertreibt den Winterblues. (Foto: Egbert Kraus)

„Was leuchtet eigentlich an München?“, fragt Heinz Gerecke (Foto: Egbert Kraus)

Ein Kind wirft einen Kiesel in die Isar - Bilderbuchszene oder Trauma für den Stein? Gerhard Henry (Foto: Egbert Kraus)

16. April 2015  15 Uhr

Pfüat di Winterblues im ASZ Harlaching

Im Alten- und Servicezentrum Harlaching begann am 16. April die Reise des lyrischen Kastls mit Poesievorträgen bei der Vorstellung des neuen Quartalprogramms. Die Poesieboten gratulierten damit dem ASZ zum 25-jährigen Jubiläum.

Die ehrenamtlichen Helferinnen hatten alle Hände voll zu tun, als immer mehr Besucher in den großen Saal strömten. Liebevoll zubereitete Häppchen gabs und Kaffee. ASZ-Leiterin Jasmin Koch begrüßte die weit über 30 Gäste. Sie und Sozialpädagogin Christine Gasteiger stellten das vielfältige Programm vor. Beiden Damen war anzumerken, dass sie dies nicht nur sehr professionell, sondern auch mit ansteckend viel eigenem Spaß ausgearbeitet hatten. So freute sich Frau Gasteiger besonders auf die Besichtigung der Burg Grünwald, während Frau Koch vom Zimtschnecken-Frühstück schwärmte. Teil des Programms ist in diesem Quartal die Poesie, die die Poesieboten e.V. ins ASZ bringen.

Da das ASZ Harlaching heuer sein 25jähriges Jubiläum feiert, folgte auch schon das erste Gratulationsgedicht von Richard Maresch:

Lasst die Kirchenglocken läuten,
lasst es überall verbreiten,
verkündet es auf allen Plätzen,
lasst es in die Zeitung setzen,
in großen Lettern, ganz weit vorn:
Das ASZ ist fünfundzwanzig g´worden!

Im lichtdurchfluteten Saal meldeten sich immer mehr Poeten zu Wort. Michaela Hug-Szajer beschenkte alle mit einer bezaubernden Vogelbeobachtung: Von einem Elsterpärchen baute jede ein Nest für sich, doch kurz vor der Eiablage entschlossen sich die beiden die zwei Haushalte zusammenzulegen. Fabelhaft! Bei „Pfüat di Winterblues, i mog di nimmer gschbürn“, konnten alle Zuhörer mitfühlen. Ein Frühlingswind wurde in Heidi Mergeners Versen zum lebendigen, zwirbelnden, sich kräuselnden, launischen Wesen. Ein Sprachprachtstück!
Warum nicht die Einladung zu einem Grillabend und auch die Antwort darauf dichterisch ausdrücken? Heinz Gerecke hats getan und so ein alltägliches Ereignis in ein poetisches verwandelt.
Ernst wurde es, als Frau Neusser ein Gedicht vortrug dessen ersten vier Zeilen von ihrem Vater stammten. Nach dessen Tod  ergänzte sie es in einer schwierigen Lebensphase. An diesem Nachmittag trug sie es das erste Mal vor. 
Die meisten Lacher erntete Angelika Gehwald mit dem temperamentvoll aufgesagten Vierzeiler: „I brauch koane Antibiotika, i brauch koa Penicilin. I kaaf ma a Pfund Schweiners, do is vo oim gnua drin.“ 

Sehr nachdenklich reagierten die Zuhörer als Poet Gerhard H. fragte, ob man einem afrikanischen Flüchtling, der es bis hierher geschafft habe nicht die Ruhe und den Frieden gönnen sollte, die er gesucht habe. Ein Gedicht das angesichts der Schiffskatastrophe mit 400 Toten am Tag zuvor entsetzlich aktuell wurde. Der provokative Vortrag - es handelte sich um eine abgewandelte Form des Liedes von den  „zehn kleinen Negerlein“ – sorgte nach der Veranstaltung für eine kontroverse Diskussion.

Einige Poeten meldeten sich mehrfach zu Wort und erfüllten das ASZ mit sprudelnder Poesie. Gedichte wurden verschenkt, ausgetauscht und bereits in den Poesie-Briefkasten eingeworfen. Die kleine Ausstellung am Schwarzen Brett, die ein kritisches Gedicht über Giesing und ein verliebtes über Harlaching enthält, beäugt.

Ein anregender poetischer Nachmittag wars. Die meisten BesucherInnen haben sich den 30. Juni als nächsten poetischen Termin vorgemerkt. Bis dahin können Gedichte in den roten Briefkasten für Poesie eingeworfen werden.

ASZ-Harlaching, Rotbuchenstraße 32, 81547 München

Erste Gedichte werden am Donnerstag, 16. April, vorgetragen – Wochenanzeiger

Flyer
Fotoalbum von der Poesie-Schau zum Mitmachen im ASZ-Untergiesing.