Brieftaube der Poesieboten
Poesie, Lyrik, Poesiebriefkasten
Poesie-Briefkasten
Wirtstraße 17
81539 München
München schillert - Gedichte aus dem Poesiebriefkasten

München schillert

Gedichte aus dem Poesiebriefkasten von 111 PoetInnen; Euro 14,90; Taschenbuch; Erhältlich bei amazon, Smart+Nett oder Ihrem Buchhändler; Infos



Poesie-Briefkasten, Wirtstr. 17, 81539 München
Briefkasten der Poesie in Giesing

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Magisches Licht (Fotos G Numa)

Edward Beierle, FLO**-Mensch

Angelika

Arturo

Astrid

Büffet

Büffet

Claudia

Elfie

Emily

Geheimnisvolles Licht

Pause

Claudia, Jürgen

Kahtarina

Kuss

Madalina

Maria

Pause

Nicole

Gerhard

Pascal

Ein poetischer Abend

Poetisches Büffet

Magisches Licht

Närrische Kappen von Chris Bleicher (Foto Bleicher)

23. Februar 2017  19 Uhr

Poesie-Schnuppen im Flostern

„Die Poesie ist die Narrenkappe der Wahrheit.” Im magisch funkelnden Licht der Galerie Flostern feiern wir am 23.2. eine Faschingssoiree. Über 35 Gäste versammeln sich – teils bemützt – neugierig auf die närrische und ernste Poesie.

Dabei sind zwei Überraschungsgäste, über die wir uns sehr freuen: Elfriede Schlierf, Witwe des Dichters Werner Schlierf, hat Bücher ihres Mannes für die mutigen Dichter des Abends mitgebracht und Carmen Dullinger-Osswald, Vorsitzende des Bezirksausschuss 17 (BA), die uns den Anstoß für diese „Flo-Poesie“ gegeben hat. Der BA ermöglicht mit der Sozialen Stadt München die Zwischennutzung der ehemaligen Giesinger Bücherei.

Hier gibt es für die Anwohner Flohmärkte, Frühschoppen, Ausstellungen und mehr, erklärt Edward Beierle vom Flo** zur Begrüßung. Dann gehts los mit der Offenen Poetenbühne:

Mach mich frech / Und mach mich stark / Komme her / Komm zu mir / Spiel mit mir / Schenk mir Leben / Schenk mir Lust,
fordert Madalina in ihrem Gedicht und das wollen wohl alle Anwesenden ihrer Muse zurufen. Diese küsst jeden, jeden auf seine Weise. Geburt – alles auf Neu: Claudia versetzt uns mit leuchtenden Augen in lebensfrohe gespannte Stimmung. Hans kokettiert ziemlich smart mit seinem Bajuvarentum und zitiert sogar den Duden dafür. Ernst und authentisch gibt Emily Byron auf Englisch ihren Gefühlen poetischen Ausdruck. Federleicht-charmant hangelt sich die Poesie von Luftschlange zu Luftschlange in Marias Gedicht. Aus der behüteten Stirn zaubert Lothar völlig unsinnige Milben-Silben - sind’s philosophische Fakenews oder ist’s einfach nur Schmarrn? Die Grenzen fließen an diesem unsinnigen Donnerstag. Der Kuss unternimmt galaktische Gedankensprünge in die hubbelige Schnuppenwelt. Arturo betet die Liebe an wie ein Matrose ein fernes Gestade, und macht als chilenischer Dichter die deutschen Romanik betörend heutig. Blitzblank mit Lavendelwasser – Elfie sorgt für Frische in einem angenehm kurzen, putzmunteren Poem.

In der Pause stärken sich die Gäste am Lyrikbüffet und ganz leiblich an der Flosternbar, stromern durch die Räume und schmökern in „München schillert“. Jürgen Schäfermeyer zeichnet und zeichnet...

In der Nymphenbar wurde Angelika mal angebaggert, von einem der trug Huf statt Schuh, das amüsiert uns alle prächtig. Wiederholung ist nicht ausgeschlossen, denn Männer mit Pferdefüßen, davon gibts reichlich zwischen Nymphenburg und Giesing. Gerhard verarbeitet die Unbillen des Giesinger Lebens in eigensinnigen Grantel-Gedichten. Geduldig harrt er im auswärtigen Cafe aus, während „Sechzge spuit" und die Fans mit ihren Autos die Straßen verstopfen. Was bleibt einem Anwohner schon – vielleicht das Dichten. Pascal meint, mit Freundlichkeit kann man viel erreichen. Das ist gleichzeitig schlicht und so wunderbar und so wahr wie es eben nur ein Poet ausprechen kann.

Spontan entschließt sich Nicole zu ihrem Vortrag. „Kurz" wirft sie ein eindringliches Schlaglicht auf einen Moment, den jeder im Raum mit einem anderen Bild füllt. Toleranz zu üben finden manche eine Zumutung. Astrids Gedicht spricht diese Grenzen direkt an: „Will ich etwa, dass man nur nach meinem Denken spricht, merk ich doch bald so geht das nicht.“

Die Gedanken flirren von Papierkörben auf der Tela bis zu Liebestränen im Ozean – schnell ist dieser Abend vergangen an dessen Ende noch ein Harlekin auftaucht, der sagt: „Ich will tanzen.“  Ja, warum nicht. Giesinger Gassigeher, die zu später Stunde ihre Nase an den vielen Flo**-Scheiben platt drücken, erblicken ein paar unmüde Poetinnen, die zu Edward nostalgischen 80er Schallplattenklängen herumhüpfen, denn: „This is the sound of madness.“ 

Katharina, 02/2017

Medienecho

Danke an den FLO** für die Gastfreundschaft und an den BA 17 und die Soziale Stadt München, dass sie so ein Zwischenparadies ermöglichen.
Danke an Chris Bleicher für das entzückende Narrenkappenfoto.
Danke an G Numa für die Fotos.
Danke allen Poetinnen und Poeten, die diesen Abend erfüllten.