Brieftaube der Poesieboten
Poesie, Lyrik, Poesiebriefkasten
Poesie-Briefkasten
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81539 München

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München schillert - Gedichte aus dem Poesiebriefkasten


Poesie-Briefkasten, Wirtstr. 17, 81539 München
Briefkasten der Poesie in Giesing

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Trubelige Eröffnung mit Nikolaus

Maria Sperber dichtet

Gruppenbild mit Nikolaus und Chris Uray

Spontan

Stille Nacht auf Mandarin

Die wichtigste menschliche Eigenschaft ist Tapferkeit

Thomas Hirschhorns Manifest kam per Kurier

Lieber guter Nikolaus

Der wahrscheinlich beste Münchner Dichter-Club! …

…Thomas Schwarz von den Südbayrischen Wohnwerkstätten für Blinde und Sehbehinderte

Braille-Schrift

Wünsche auf Spanisch

Große freude: Das Gedicht einer Freundin...

Der erste Advent von Madalina Sora-Dragomir

Flavias Selfie

Elfie Hafner-Krosenberg verbreitet Weihnachtstimmung

05. Dezember 2018  bis Ende Dezember 2018

Poetischer Adventskalender 2018

Ab dem 5. Dezember versorgt der riesige Kalender im U-Bahnsperrengeschoss Silberhornstr. – unübersehbar schräg gegenüber vom Lift – die Passanten täglich mit frischer Lyrik. Hier mein Tagebuch, Fotos werden peu a peu ergänzt.

5.12. Nicole schreibt: Gestern, die Eröffnung war ein Erlebnis des Spontanen und Unerwarteten: Thomas Hirschhorn, der gerade in der Museum Villa Stuck #NeverGiveUpTheSpot ausstellt, schickte einen Beitrag aus Shanghai. Eine chinesische Passantin sang spontan Stille Nacht aus Chinesisch und schrieb es in den Kalender, ein isländisches Gedicht und eine Lebensspruch aus dem Arabischen fanden ihren Weg an den #PoetischenAdventskalender in der U-Bahnhaltestelle Silberhornstraße. Es lohnt sich vorbeizukommen. Jeden Tag wird eine neues Fenster poetisiert. Eine tolle Aktion vom Poesiebriefkasten.

Eine Reportage zur Eröffnung direkt aus der Herzkammer Giesings steht in der SZ

6.12 Marid Schaper hat bei der gestrigen Aktion mit einem Wohnungslosen gesprochen und in Anlehnung an Theodor Storms "Draußen vom Walde da komme ich her". heute ein Fensterl gefüllt. Claudia Westhagen schrieb „Freude“ und klebt ein farbenfrohes Bild dazu. Mit strahlenden Augen hat sie es vor einem kleinen Publikum das sich angesammelt hatte vorgetragen. Eine Gruppe Jugendlicher bleibt stehen. Lavina, 12 Jahre, schreibt eine sehr fantasievolle Kurzgeschichte über ein Mädchen, das nicht schlafen wollte. Am Schluss tut der jungen Autorin die Hand weh. Ein 13jähriger Junge mit eigenem Künstlernamen, dichtet an den Nikolaus.  Zwei Männer bleiben stehen und versuchen den arabischen Spruch zu entziffern. Sie selbst kommen aus dem Irak. Ihre Muttersprache ist Aramäisch, was in ihrer Schule verpönt war. Letzten Endes hilft Google. Es geht in dem Spruch um Tapferkeit, darum wie wichtig es ist, für alles was einem wichtig ist einzutreten, in welcher Sprache auch immer.

7.12. Heute kommt ein gut gelauntes Dichter-Trio: Manfred, Stephan und Matthias – der Club der blinden Dichter. Zusammen haben sie in ihrer Lyrik-Gruppe ein Gedicht verfasst. Die Gruppe trifft sich in den Südbayrischen Wohnwerkstätten für Blinde und Sehbehinderte und wird von Frau Dr. Thiel geleitet, von der die Dichter offenbar sehr begeistert sind. Das Gedicht haben sie sowohl in Schwarzschrift handgeschrieben als auch in Braille ausgedruckt. So wird es an den Kalender drangepappt. Anschließend trägt das Trio sein Werk mit verteilten Zeilen vor. Es heißt: Von A nach B – das passt zum Ort ist ganz großartig! Brigitte Hörling lauscht fasziniert und spendet den verdienten Beifall.
Inspiriert von soviel dichterischem Eifer, schreibt derweil ein Passant, ein junger Kolumbianer, der zur Zeit in Giesing lebt, seine Wünsche für 2019 auf Spanisch in ein Fensterl. Zwischendurch streikt sein blauer Stift und er schreibt mit einem etwas schwer lesbaren gelben weiter. Dafür hat er sein Werk dannn übersetzt. Wir sollen alle miteinander die Erde mehr achten. Das finde ich auch! Inzwischen ist eine weitere Dame stehengeblieben und freut sich riesig als sie ein Gedicht ihrer Freundin Madalina Sora-Dragomir entdeckt: Es weihnachtet ohne Weihnachten zu sein...

9.12. Heute weihnachtet es weiter. Mit Äpfeln, Zimtduft, Kerzenlicht – zumindest poetisch bei Elfie Hafner-Krosenberg. Mit einem fetten roten Edding in die unterste Reihe geschrieben. Dafür geht sie – gerade eben mal Oma geworden – auch gern und topfit in die Hocke. Auf gleicher Ebene begegnet ihr die 6-jährige Felia, die gestern hier ihr Selbstportrait hinterlassen hat, eine Art Herzl-Strichmännchen, das sie heute noch um ihre Signatur und andere neonpinke Details ergänzt. Ein schön ruhiger Abend im Sperrengeschoss, dennnoch bleiben einige Passanten stehen lesen, dann geht’s ab nachhaus. Mal sehen oben sie die mitgenommenen Postkarten verschicken.

 

Katharina

 

Der poetische Adventskalender findet dank der freundlichen Unterstützung des Bezirksausschuss 17 statt.