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München schillert - Gedichte aus dem Poesiebriefkasten


Poesie-Briefkasten, Wirtstr. 17, 81539 München
Briefkasten der Poesie in Giesing

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Erlaubt ist, was poetisiert …

Astrid liest ein frisches Gedicht

Chris Bleicher (peepart), Jasmin Koch (ASZ), Katharina Schweissguth beim Poesie- und Brillensammeln ©C.Bleicher

Richard Maresch am Hackbrett

Angelika Genkin: A Domani

Hans Senninger und Chris Uray

Katrin Bohland alias Phoebe und ihre Werkstatt

Tamara Driendl und ihre Spitzln

Pause

Claudia Westhagen freut sich

Annette Rosenberger mit ihrem Balu

Auf Falken-Schwingen oder in Haidhausens Gassen: Brigitte Baumgartner

Phoebe mit Maximiian Böck

11. Juli 2019  15 Uhr

Traumfrau, Eismann, Kindertraum

Der poetische Sommertagtraum am 11.7.2019 findet wegen des Regens drinnen im lichtdurchfluteten Saal des ASZ statt. Die Poesiegirlande windet sich spielerisch über den Köpfen der Besucher*innen. Melonenstückchen in allen Melonenfarben mit fröhlichen Schirmchen verziert signalisieren Sommer und Sonne.

ASZ-Leiterin Jasmin Koch hat zu dieser lyrischen Tagträumerei eingeladen: Eine große Tafelrunde aus Kindern, ASZ-Besuchern und Poeten hat sich gebildet. Und, geschmückt mit roter Blumenkrone, Chris Bleicher. Die Münchner Neonkünstlerin bittet charmant um Unterstützung für ihre Sammelaktion zugunsten „Brillen weltweit“. Seit fünf Jahren sammelt sie gebrauchte Brillen und medizinische Hilfsmittel, die repariert und an die verteilt werden, die sie brauchen.

Begeistert lauschen dann alle den Kindern Gabriela, Taliyah, Theresa, Jacob und Oskar, die ihre eigenen Gedichte und die für ihren abwesenden Kameraden Leo und Juliano vortragen. Sie handeln vor allem von Ferien. Pferde spielen da eine Rolle, Freundschaft, Fußball und Heu und sogar ein heimliches Bier. In Reimform stellt Tamara Driendl, ihre Lehrerin aus der Tagesheimschule an der St-Martinsstraße, das Projekt „Giesinger Spitzl“ vor. Dabei erkundet sie mit den Kindern die nähere Umgebung der Schule. Sie haben schon den Grünspitz besucht, die JVA und einmal haben sie den Poesiebriefkasten entdeckt und beschlossen sich als Dichter auszuprobieren. Bravo, ein tolles, bewegtes Projekt!

Richard Maresch begleitet den Nachmittag auf dem Hackbrett. Sensibel entlockt er seinem Instrument feine zitherartige Klänge. „Der Raum hat halt eine gute Akustik“, sagt er bescheiden.

Den Poetenreigen eröffnet Kristiane Hehn. Mit einer science-fictionmäßigen Ballade von einem Nerd, der sich seine Traumfrau auf dem 3D-Drucker ausdruckt. Wie sich die wohl anfühlt?

Maximilian Böck wirft anschließend zwei hübsche federleichte Sommerimpressionen ins Geschehen.

Der Senninger Hans hat früher in der Deisenhofener Straße gewohnt und dort im Stiagnhaus ein Gespräch von zwei Damen belauscht, das dazu geführt hat, dass sich die eine vorm Treppendienst gedrückt hat.

Anschließend gibt es noch einen tierischen Wahlkampf, zweistimmig vorgetragen von Richard und Hans. Am Ende sind die Tiere natürlich gescheiter als die menschlichen Wahlredner.

Strahlend schwingen sich Claudia Westhagens Zeilen wie Schwäne in die Lüfte. Ein freudiges Gedicht zur Hochzeit ihres Sohnes.

Lyrische Wucht entfaltet Ruth Elisa Zuther mit dem Gedicht „Tanzen“. Es fängt leise mit einem kleinen Gefühl, einem Schmerz an und schraubt sich hoch in eine gewaltige Explosion. Dann Stille …

Wir machen eine kleine Pause, in der kreuz und quer geratscht wird.

Ein Märchenprinz in Gestalt eines italienischen Eismanns erwärmt der kleinen Angelika das Herz. Angelika Genkin liest es vor als sei es gestern erst passiert.

Ebenfalls so anschaulich und ziemlich knuddelig ist Hund Balu, der Familienliebling von Annette Rosenberger – ein echter Unterhaltungskünstler, der allen ein Schmunzeln ins Gesicht malt.

Jetzt lädt Kathrin Bohland alias Phoebe zu ihrer nächsten Poesiewerkstatt im SPIX am 6.8. um 20 Uhr ein. Ihr haben wir auch die wunderschöne Girlande zu verdanken und Kathrins 8-jähriger Tochter Sarah „schwappen die Gefühle wie das Meer“ – wow!

Ein Gedicht ist manchmal nur ein winzig kleiner Einfall und spricht doch die Wahrheit aus. Elfie Hafner-Krosenbergs superkurzes Gedicht erntet Lacher und viel Applaus.

Blau - Mehr als eine Farbe

Er war blau so blau
Sagten die Leute die
Vorüber gingen
Doch das Kind
Konnte kein Blau
An ihm entdecken
Als sie den Mann
Auf dem Gehsteig
Liegen sah

Die schiere Endlosigkeit eines Sommertags hat Chris Uray zu einer spiralförmigen philosophischen Nachdenkerei verführt.

Wie schön, dass Astrid Sherina Schaper ihr Gedicht vergessen hat. Ihr sind dafür ganz frische Zeilen eingefallen, in denen sie sich fragt, was es bedeuten kann, wenn du die sommerlich-flirrende Hitze auf einmal im November spürst.

Aufgeschnappte, gut beobachtete Momente bei einem Spaziergang durch ihr Heimatviertel Haidhausen gibt das lebendige Gedicht von Brigitte Baumgartner wieder, die mittlerweile in Harlaching wohnt.

Sigrid Voss beschließt den Nachmittag mit einem Chanson von einem Clown, der auch mal traurig sein will. Zauberhaft!

Danke an alle für diesen traumhaft schönen Nachmittag!

***

Fotos: Chris Uray, Claudia Westhagen

 

Wo: ASZ Harlaching, Rotbuchenstraße 32, 81547 München

Wann: 11. Juli 2019; 15–18 Uhr

Eine Kooperation der Poesieboten e.V. mit dem ASZ Harlaching und peepart.com