Als Tourguides fungieren Katharina Schweissguth, Astrid Sherina Schaper und Hannelore Koch, die die Tour überwiegend zusammengestellt habem. Andrea Kästle, Autorin von „München leuchtete nicht für jeden. Was Gedenktafeln der Stadt verschweigen." (Allitera Verlag) begleitet sie. Sie hat an jeder der Stationen Informatives und Anekdotisches zu Münchner Persönlichkeiten zu berichten, an die auf Gedenktafeln erinnert wird. Besonders berührt die Geschichte von Else Behrend-Rosenfeld, die der Hölle des Nazi-Deportiationslagers in Berg am Laim entkommen konnte.
Eine Etage tiefer schlüpft Astrid in die Rolle eines Zugpferds, metaphorisch und tatsächlich nimmt sie uns auf einen Ritt durch 150 Jahre Trambahngeschichte mit.
Und schon geht die Reise weiter. Hannelore Koch erwartet uns schon bei der nächsten Station, mit der sie seit fast 50 Jahren verbunden ist. Sie referiert gut informiert zur deren Historie.
Über einen gewagten Schleichweg gelangen wir zur rosa Röhre. Hier wird’s interaktiv: Negative und positive Rückmeldungen an den MVG sind gefragt. Statt immer nur zu nörgeln: Johannes Rzepka bedankt sich herzlich beim MVV, denn dieser ermöglicht ihm ein autofreies Leben. Soo gute Vibes! Später wird er ein Gedicht vortragen, in dem das Quietschen der U-Bahnzüge sich auf magische Weise in Musik verwandelt. Kein Wunder, dass er bei soviel positiver Ausstrahlung alle Hauptpreise, die es heute zu gewinnen gibt, abräumt. Und weiter geht’s. Hannelore nutzt die Akustik des Tunnels und leitet die Gruppe zu einem Sprechkanon an, der an ein modernes Theaterstück erinnert. Kurz darauf genießen wir trotz Wolkenvorhangs die gute Aussicht auf Gleise und Baustellen mit einem Gedicht. Auch die anschließende Toilettenpause wird poetisch untermalt. Elisabeth Koch hat eine klaustrophobische Erfahrung in Verse umgesetzt.
Die nächste U-Bahn-Station erinnert an einen prächtigen Festsaal. Die edlen roten Wände, das verwirrende Schachbrettmuster, ein Materialmix aus Sichtbeton, Glas, Metall und Stein spielen zeitgemäß auf das prächtige Barockdenkmal in der Nähe an. Der richtige Ort für eine improvisierte Geburtstagsfeier. Chris Uray, die fleißige Radiomoderatorin, hat bis jetzt Töne für die Poesiebotenradiosendung aufgezeichnet. Nun erhält sie von Elisabeth ein Gedicht und von der ganzen Gruppe ein Ständchen und sie revanchiert sich mit eigenen stabgereimten Zeilen. Zum Abschluss lösen die Teilnehmenden noch ein Stationen-Rätsel von Katharina auf. Ganz schön knifflig!
Ein paar wackere Poesiereisende machen sich im Regen noch auf den Weg zu dem versteckten Barockjuwel in der Nähe und werden von erhabenen Orgelakkorden kurfürstlich belohnt.
Die U-Bahnfahrt ist eine Kooperation der MVHS-Ost und dem Poesieboten e. V.










