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Die Redaktion empfiehlt

Die Outdoor-Ausstellung „Friedensklima“ lädt Poeten und Poetinnen ein, „Gedichte für unseren Planeten“ bei einer offenen Poesie-Bühne vorzutragen.
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München schillert

Gedichte aus dem Poesiebriefkasten von 111 PoetInnen; Euro 14,90; Taschenbuch; Erhältlich bei amazon, Smart+Nett oder Ihrem Buchhändler; Infos


Poesie für unseren Planeten

Richtiges Biergartenwetter herrscht an diesem Dienstagabend, und dennoch zieht es eine Gruppe Menschen heute auf die grüne Wiese vor dem ÖBZ (Ökologisches Bildungszentrum). Die Poesieboten haben gemeinsam mit dem ÖBZ zur „Poesie für unseren Planeten“ eingeladen.

Wir treffen uns inmitten der bunten Stelen der Ausstellung „Friedenklima“, die die 17 Ziele der UN-Agenda 2030 thematisiert. Was es damit auf sich hat, erfahren wir gleich von Marc Haug, dem Leiter der Einrichtung. Wenn sich Vertreter von über 80 Nationen auf 17 gemeinsame Ziele einigen, ist das mehr als Gerede; es sind die grundlegenden Bedürfnisse, die für alle Menschen gleich sind. Über allem stehen der Frieden und das Klima. Genug der Theorie: Bei einem kleinen Rundgang durch das Gelände landen wir kurz darauf im Wabengarten. Wie soll man das erklären? Marc hat es verdichtet: „Innovation. / Waben. Entworfen von Bienen. Ein Muster der Natur. / Die Wabe allein ist erst nur die Norm. Erst viele zusammen bestimmen die Form / und wenn man so will, die Kultur in diesem Garten, mit vielen Arten.“ Jetzt schwärmen wir aus, verlieren uns auf dem gewendelten Weg, entdecken prachtvoll blühende heimische Pflanzen wie Königskerzen und riesige Bohnenstauden.

Zurück in der Ausstellung tragen die Poetinnen und Poeten ihre Versionen der 17 Ziele vor. Wie schillernd: Da kommen große und Zwerg-Mammutbäume zu Wort, ein Kriecher kämpft sich an die Erdoberfläche, ein Tanka schwingt durch die Luft. Der Wald ist nicht einfach Natur, Menschen auf der Flucht ist er auch Versteck, Veganer treffen auf Fleischesser. Lasst uns darüber staunen, dass aus dem Hahn anscheinend unendlich viel frisches Wasser strömt. Immer wieder stellen wir fest, dass sich die Gedichte beim besten Willen nicht den einzelnen Zielen zuordnen lassen. Alles hängt zusammen. Pascal gelingt es mit seinem Gedicht, die gesamte Natur anzusprechen.

So brillieren die poetischen Perlen zwischen den Stelen und am Ende können wir aus Bernhards geradezu faustischer Ode an die Mutter Erde die Frage mitnehmen: „Doch warum Rasen, Sitzen, Staunen? / Hör zu, was dir die Winde raunen.“

Und weil nach dieser bislang überwiegend unerhörten Poesie die Köpfe und Herzen voll sind, und der Durst groß, bleiben viele noch bei Sekt und Häppchen um die improvisierte Bar stehen und plaudern angeregt. Ein kleines bisschen näher sind wir an diesem Abend den 17 Zielen gekommen, denn wir haben ein Miteinander erlebt.

Übrigens: Die Ausstellung, ergänzt durch die heute vorgetragenen Gedichte, ist noch bis Mitte September zu sehen. 

Die Poesieboten bedanken sich herzlich beim ÖBZ besonders bei Frauke Feuss und Marc Haug, für die liebevolle und kluge Vorbereitung und die partnerschaftliche Zusammenarbeit.

Eine Kooperation zwischen MUZ e. V. im ÖBZ (Ökologisches Bildungszentrum) und dem Poesieboten e. V.

Datum: Dienstag, den 21. Juli 2026 um 18 Uhr
Ort: ÖBZ, Englschalkinger Straße 166, 81927 München Infos