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Gedicht des Monats/Kür

Gedicht des Monats von Simon Reinhard

Gedicht des Monats Oktober von Simon Reinhard

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Gedicht des Monats – Lesungen

Giesinger Persönlichkeiten lesen Einsendungen aus der Aktion „Gedicht des Monats“ vor. Playlist


München schillert

Gedichte aus dem Poesiebriefkasten von 111 PoetInnen; Euro 14,90; Taschenbuch; Erhältlich bei amazon, Smart+Nett oder Ihrem Buchhändler; Infos


Hält die Bank, was sie verspricht?

ENDE?

von Madalina Sora-Dragomir

Er gab ihr einen Kuss,
versprach ein Wiedersehen in der Traumwelt,
schenkte ihr eine Taube und ging fort.
Verließ Heimatboden, Land und Leute
Wurzeln
Träume
Geliebte
Alles.

Weil das Böse eine Wand zwischen Gestern und Heute
Heute und Morgen
Glauben und Wissen gebaut hatte.

Weil der Platz des Daseins von einem unglaublichen Krieg Monster auf einmal besetzt wurde.

Da er der älteste Sohn war, schenkte ihm die Familie die Gesamtersparnisse und schickte ihn in die andere Welt.
Die der Hoffnung, der Gerechtigkeit.
Die des Wohlstandes.

Die Flucht dauerte monatelang. Es gab viele Zwischenstationen.

Da traf er viele Menschen, Schicksale. Teilte mit ihnen Bett und Nahrung, Freude und Angst. Trauer und Hunger. Hoffnung.

Die Taube begleitete das getrennte Paar, flog von einem zum anderen und spielte den Postboten.

Die Lage in ihrem Land verschlechterte sich Tag für Tag. Der Krieg war grausam. Die einzige Hoffnung: das Glauben, dass er es schafft und sie dann auch in die Märchenwelt holt.

Nach vielen Abenteuern und Tausenden von Kilometern kam er an der Grenze des Schlaraffenlandes an.

Viele Tausende von Menschen befanden sich schon auf der anderen Seite.

Als er dran war, blieben die Türen der Mauer verriegelt. Man sagte ihm, er sollte bitte doch morgen wieder kommen.

Seitdem steht er jeden Tag vor der Tür und wartet.
Und schreibt seiner Geliebten.

Die Taube fliegt hin und her.

Und die Briefe werden immer kürzer
Und rarer

Die Bomben auf der einen Seite lauter

Die Geduld auf der anderen Seite leiser

Und die Taube arbeitslos

ENDE?


Programm

Poesie zum Mitmachen und zum Mitnehmen in der Giesinger Stadtbibliothek (Deisenhofener Str.20)

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Theaterspaziergang mit Musik in Giesing: Der „Jedamo“ von Hans Senninger, eine bairische Version des…

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Radio-Tipp

Zum Nachhören: Radio Lora Sendung vom 10.9.21  u.a. mit Brigitte Obermaier, Max Bauer, Simon Reinhard, Sonja Schmid, Madalina Sora-Dragomir, und Chris Uray aus dem Giftgarten. Hans-Karl Fischer entlässt kryptisch-originelle Lyrik in den Äther. Am Schluss tritt die „Aller Welts Poesie“ mit internationalen Lyrik-Beiträgen auf die Giesinger Bühne, u.a. Spomenka Krebs, Birgit Leib und Petra Huber. Redaktion und Moderation: Chris Uray


Poesie gegen den Corona-Blues

In sechs Online-Lesungen wurden die Einsendungen an den Poesiebriefkasten zwischen Mitte März und Anfang Juni veröffentlicht. Playlist

Poesie auf Radio Lora

Hier könnt ihr die Radio-Sendungen, zusammengestellt und moderiert von Chris Uray, nachhören. Playlist